Konzentration ist die Fähigkeit, bei einer Aufgabe zu bleiben und Ablenkungen auszublenden. Konzentrationsprobleme entstehen, wenn man seine Gedanken nicht steuern kann. Äußere und innere Reize lenken uns leicht ab. Viele haben schon erlebt, dass sie aufgrund mangelnder Konzentration eine Aufgabe auf der Arbeit nicht beenden können. Es gibt jedoch einen einfachen Trick, der hilft, die Gedanken in nur wenigen Sekunden besser zu kontrollieren.
Konzentrationsprobleme: Das musst du wissen
Konzentrationsprobleme & mangelnde Motivation
Konzentrationsprobleme und mangelnde Motivation im Job sind zunehmend weit verbreitete Herausforderungen, die nicht nur das individuelle Wohlbefinden beeinträchtigen, sondern auch die berufliche Leistung und Produktivität mindern können. Eine aktuelle Gallup-Studie zeigt, dass rund 85 Prozent der Arbeitnehmenden weltweit entweder nicht engagiert oder sogar aktiv unengagiert sind, was oft mit einer geringeren Konzentration und einer niedrigen Motivation am Arbeitsplatz einhergeht.
Lesetipp: Selbstmotivation im Homeoffice: 5 Strategien, um fokussiert zu arbeiten
Etwa 40 Prozent der Arbeitnehmenden haben Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit über längere Zeiträume auf Aufgaben zu richten, was häufig zu Fehlern und ineffizienter Arbeit führt. Mangelnde Motivation wird häufig mit einer unzureichenden Arbeitsgestaltung, fehlender Anerkennung oder einer schlechten Arbeitsatmosphäre in Verbindung gebracht. Zudem spielen persönliche Faktoren wie Stress oder ein schlechtes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben eine bedeutende Rolle.
Diese Ursachen haben Konzentrationsprobleme
Doch was bedeutet es eigentlich, Konzentrationsprobleme zu haben? Gegenüber der Apotheken Rundschau meint Dr. Andreas Küthmann, der im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) sitzt, dass damit eine „Störung der Fähigkeit [gemeint wird], bei der Sache zu bleiben, also seine Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren.“

Küthmann betont weiter, dass die Ursache solcher Konzentrationsschwierigkeiten gar nicht immer bei den Betroffenen selbst liegen muss. Er sagt: „Ungünstiges Licht, Lärm, Hitze oder verbrauchte Luft im Zimmer können ebenfalls erheblich ablenken“. Auch die Tagesform spielt hier mit rein. „Wer schlecht geschlafen hat, unter Stress leidet oder sich zum Beispiel Sorgen um Familienmitglieder macht, dem fällt es oft schwerer, seine Gedanken zu ordnen“ ergänzt Küthmann. Dass eine globale Pandemie Konzentrationsprobleme begünstigen kann, liegt demnach auf der Hand.
Auch der Schlaftyp, also ob man eher eine frühaufstehende Lerche oder eine spätaktive Eule ist, spielt eine Rolle. Lerchen können sich morgens beispielsweise viel besser konzentrieren als Eulen – und umgekehrt. Aber auch schwere Mahlzeiten und Alkoholgenuss können die Übeltäter von Konzentrationsschwierigkeiten sein. Ganz zu schweigen von Ablenkungen, die uns oft gar nicht bewusst sind.
Du magst unsere Themen? Dann lies uns auch bei Google News.
Konzentrationsprobleme im Job? So löst du sie in nur 6 Sekunden
Wusstest du zum Beispiel, dass es deiner Konzentration enorm schadet, wenn du dein Smartphone auf dem Tisch liegen hast? Dafür musst du es nicht einmal griffbereit und im Vibrationsmodus haben. Sobald es in deinem Sichtfeld liegt, leidet deine Konzentration. Selbst, wenn das Handy umgedreht und leise gestellt neben dir liegt, beeinflusst es deine kognitive Kapazität negativ, sodass du dich schlechter konzentrieren kannst.

Studie über Smartphonenutzung zeigt Konzentrationsschwächen auf
Das war das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2017 von Ward, Duke, Gneezy und Bos. In der Studie wurden die Proband:innen gebeten, ihrer Arbeit nachzugehen, während ihre Smartphones entweder in der Nähe oder weiter von ihnen entfernt waren. In einem Experiment lag das Smartphone mal auf ihrem Schreibtisch, mal in ihrer Tasche unter dem Tisch und mal in einem anderen Raum. Nun wurden die Proband:innen befragt, wie oft sie an ihr Smartphone anstatt an ihre Arbeit denken. Die Ergebnisse waren eindeutig: Je mehr das Smartphone in direkter Sichtweite ist, desto weniger konzentriert waren die Proband:innen.
Das Smartphone: Nicht nur am Schreibtisch ein Problem
Dieser Umstand soll auch für Meetings gelten. Die TikTokerin Shadé erklärt auf ihrem Account, wie respektlos es ist, das Smartphone während einem Meeting auf dem Tisch liegen zu lassen. Wer hier das Smartphone mitnimmt und vor sich auf dem Tisch liegen lässt, kann sich nicht nur schlechter auf das Meeting einlassen, sondern sendet auch eine bestimmte Message aus. Und zwar, dass man nur so lange aktiv am Meeting beteiligt ist, bis beispielsweise eine Textnachricht eintrifft.
Man gibt den anderen Teilnehmer:innen im Meetingraum demnach das Gefühl, nicht voll anwesend zu sein.Wer unter Konzentrationsproblemen leidet, soll laut Shadé demnach einfach mal versuchen, das Smartphone in der Tasche zu behalten. Dieser kleine Handgriff bewirkt bereits Wunder. Und es kostet dich nur ein paar Sekunden deiner Zeit.
Konzentrationsprobleme im Zweifel untersuchen lassen
Wer trotz dieses kleinen Tricks und einer perfekten Arbeitsatmosphäre dennoch Konzentrationsprobleme und weitere Beschwerden wie beispielsweise Schlafprobleme bemerkt, sollte die Ursachen hinterfragen und sich einmal ärztlich durchchecken lassen. Hier können Auslöser ausgemacht und gemeinsam Lösungen erarbeitet werden.