Heute siehst du sie überall – glatt, gewellt, fransig oder akkurat geschnitten. Die Bob Frisur gehört längst zu den Klassikern. Aber wusstest du, dass sie früher als regelrechter Skandal galt? Wer sich in den 1920er-Jahren einen Bob schneiden ließ, setzte ein Zeichen – gegen Konventionen, für Freiheit und Selbstbestimmung.
Die Geschichte der Bob Frisur steckt voller Überraschungen. Mal verschwand sie von der Bildfläche, dann feierte sie ihr Comeback – immer in neuem Look, aber mit der gleichen Botschaft: Du bestimmst, wie du dich zeigen willst. Lass uns gemeinsam auf eine Reise durch Mode, Gesellschaft und Rebellion gehen – mit einem Haarschnitt, der mehr kann, als du denkst.
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Die Geschichte der Bob Frisur
- 1920: Der erste Bob und ein Aufschrei der Gesellschaft
- 1930: Warum der Bob plötzlich verschwand
- 1940: Der Bob im Zweiten Weltkrieg
- Die 1950er: Weiblichkeit wird wieder weichgezeichnet
- Die 60er: Der Bob wird Kult – dank Sassoon & Co.
- Die 70er: Natürlichkeit trifft auf Retro-Charme
- Die 80er: Volumen, Power, Dauerwelle – der Bob goes big
- Die 90er: Casual, cool und fernsehfähig
- 2000er bis heute: Der Bob bleibt – und wird immer besser
1920: Der erste Bob und ein Aufschrei der Gesellschaft
In den 1920er-Jahren galt einzig und allein langes Haar als „weiblich“. Frauen trugen es hochgesteckt, geflochten, mit Schleifen oder Nadeln fixiert. Und dann kam der Bob – kurz, gerade, frech. Plötzlich sah man Frauen mit kinnlangen Haaren, die weder Zopf noch Hochsteckfrisur trugen. Das war für viele ein echter Schock.
Vor allem in konservativen Kreisen sorgte der Schnitt für Empörung. Wer sich die Haare abschnitt, galt als aufmüpfig oder gar verrucht. Aber genau das machte den Bob so spannend. Frauen wollten nicht mehr brav sein, sondern frei. Und der Haarschnitt war das perfekte Symbol dafür.

Warum die Bob Frisur aneckte
Der Bob passte perfekt in eine Zeit des Umbruchs. Frauen durften jetzt wählen, arbeiten, selbst entscheiden – zumindest ein bisschen. Der Haarschnitt spiegelte dieses neue Lebensgefühl wider. Aber nicht alle fanden das gut. Besonders Männer fühlten sich oft bedroht von der neuen Unabhängigkeit.
Es gab Zeitungsartikel, in denen vor „männlich aussehenden“ Frauen gewarnt wurde. In manchen Salons verweigerten Friseure das Schneiden. Trotzdem ließen sich viele Frauen nicht aufhalten. Sie schnitten sich die Haare einfach selbst oder baten Freundinnen darum. Die Botschaft war klar: Mein Körper, meine Regeln.
1930: Warum der Bob plötzlich verschwand
In den 1930er-Jahren wurde der Bob seltener. Die Weltwirtschaftskrise, politische Spannungen und konservative Strömungen rückten wieder in den Vordergrund. Frauen sollten wieder „weiblicher“ wirken, was damals hieß: längere Haare, weichere Formen, mehr Anpassung.
Plötzlich galten wellige Frisuren und romantische Locken als Ideal. Der Bob war zu kantig, zu stark, zu modern. Viele Frauen ließen ihre Haare wieder wachsen. Die Geschichte der Bob Frisur macht hier einen kleinen Umweg – aber sie verschwand nie ganz.

1940: Der Bob im Zweiten Weltkrieg
Mit dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich das Frauenbild rapide. Männer zogen in den Krieg, Frauen hielten die Wirtschaft am Laufen. In dieser Zeit zählte vor allem eines: Funktionalität. Der Bob – oder abgewandelte Formen davon – passte genau in diese neue Rolle.
Viele trugen jetzt den „Pageboy“ oder gewellte Kurzhaarschnitte. Sie waren praktisch, aber trotzdem stilvoll. Du konntest damit arbeiten, dich bewegen, aktiv sein – und trotzdem gut aussehen. Die Frisur wurde wieder politisch – aber diesmal als Ausdruck von Stärke, Pragmatismus und Durchhaltevermögen.

Die 1950er: Weiblichkeit wird wieder weichgezeichnet
Nach dem Krieg kam die Sehnsucht nach Harmonie. Die Werbung zeigte wieder Hausfrauen mit perfekten Frisuren, glänzenden Locken und zarten Wellen. Der Bob wurde in dieser Zeit leiser – er passte sich an, wurde geföhnt, gestuft, sanft gerundet.
Du konntest ihn tragen, ohne aufzufallen, aber auch ohne deine Unabhängigkeit zu verlieren. Viele Varianten aus dieser Zeit sahen edel aus, aber waren immer noch pflegeleicht.

Die 60er: Der Bob wird Kult – dank Sassoon & Co.
In den Swinging Sixties ging’s wieder rund: Mode, Musik, Lebensgefühl – alles wurde frischer, mutiger und freier. Der Bob bekam durch Vidal Sassoon ein radikales Update. Klare Linien, scharfe Kanten, grafische Präzision. Plötzlich war der Bob nicht mehr niedlich, sondern futuristisch.
Du konntest damit auffallen, aber trotzdem stilvoll wirken. Stars wie Nancy Kwan oder Mary Quant machten den Look berühmt. Und Models wie Twiggy zeigten: Kurzhaarschnitt geht auch supersüß und cool zugleich. In dieser Zeit wurde der Bob endgültig Popkultur.

Die 70er: Natürlichkeit trifft auf Retro-Charme
Die 1970er waren wild, weich und ein bisschen rebellisch. Der Bob verlor seine geometrischen Ecken, wurde lockerer, stufiger und verspielter. Oft kombiniert mit Pony oder Fransen erinnerte er an die 20er – aber mit Hippie-Twist.
Du konntest den Bob jetzt föhnen, durchwuscheln oder einfach lufttrocknen lassen. Die Frisur wirkte mühelos, aber immer noch besonders. Genau diese Mischung machte ihn so beliebt. Der Bob passte plötzlich zu Jeans, Plateauschuhen und selbst gestrickten Pullis – total lässig, aber trotzdem ausdrucksstark.

Die 80er: Volumen, Power, Dauerwelle – der Bob goes big
Kaum ein Jahrzehnt war lauter als die Achtziger. Alles war größer: Schultern, Musik, Frisuren. Auch der Bob machte da mit – allerdings auf seine eigene Art. Plötzlich bekam er Volumen, Locken, Stufen, manchmal sogar eine Dauerwelle.
Du konntest den Bob in dieser Zeit als Zeichen von Power tragen. Besonders in der Business-Welt wurde er beliebt – als Gegenstück zu den typisch männlichen Anzügen. Der Schnitt zeigte: Ich bin da, ich habe was zu sagen – aber ich bleibe trotzdem ich selbst.

Die 90er: Casual, cool und fernsehfähig
In den 1990ern wurde alles ein bisschen entspannter. Der „Rachel Cut“, bekannt aus der Serie „Friends“, wurde zum Hit. Auch wenn er nicht ganz dem klassischen Bob entspricht, gehört er zur erweiterten Familie – und beeinflusste Millionen.
Der Look war gestuft, locker und alltagstauglich. Du konntest ihn stylen oder einfach so lassen – beides sah gut aus. Der Bob wurde damit noch zugänglicher. Er verlor nichts von seiner Wirkung, aber ließ sich viel leichter in den Alltag integrieren.

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2000er bis heute: Der Bob bleibt – und wird immer besser
Ab den 2000ern nahm der Bob nochmal richtig Fahrt auf. Stars wie Rihanna, Keira Knightley oder Victoria Beckham trugen ihn in völlig neuen Varianten. Mal sleek, mal messy, mal extrem kurz oder vorne lang – alles war erlaubt.

Heute findest du Bobs in allen Formen: den Blunt Bob, den Curly Bob, den Shaggy Bob, den French Bob. Du kannst damit lässig aussehen oder super elegant, ganz wie du willst. Der Schnitt ist nicht nur modern – er lässt dich modern wirken. Das macht ihn zeitlos und zu einer Legende, die wohl niemals von der Bildfläche verschwinden wird.