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Mindestlohn-Erhöhung auf 15 Euro: Diese Produkte würden dadurch teurer werden 

Nach den Plänen der künftigen Bundesregierung soll der Mindestlohn weiter angehoben werden. Was dadurch alles teurer werden könnte, liest du hier.

Frauenhand hat eine Geldbörse mit 5 Euro in der Hand.
© Getty Images/Carol Yepes

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Laut dem Sondierungspapier von Union und SPD soll der Mindestlohn auf 15 Euro steigen. Diese Erhöhung wird das Einkommen von etwa zehn Millionen Arbeitnehmenden in Deutschland verbessern. Allerdings könnte die Maßnahme auch zu höheren Preisen führen. Für welche Dinge wir bei einem Mindestlohn von 15 Euro tiefer ins Portemonnaie greifen könnten, zeigt eine Studie der Hans-Böckler-Stifung. Eine Übersicht.

Union und SPD möchten Mindestlohn auf 15 Euro anheben

Der Mindestlohn in Deutschland beträgt aktuell 12,82 Euro. Doch nach den Plänen der voraussichtlich kommenden Bundesregierung soll das nicht mehr lange so bleiben. Denn Union und SPD wollen den Mindestlohn auf 15 Euro pro Stunde anheben. Das entspräche einer Erhöhung um 17 Prozent auf einen Schlag. Ein:e Vollzeitbeschäftigte:r würde dann künftig 2.595 Euro brutto im Monat verdienen – 375 Euro mehr als bisher. 

Lesetipp: Mindestlohn auf 15 Euro: Wann kommt die Erhöhung?

Doch wann soll der höhere Mindestlohn greifen? Nach den Plänen von Union und SPD sollen Arbeitnehmende nicht lange auf eine Erhöhung warten. Wenn es nach ihnen geht, soll der Mindestlohn 2026 auf 15 Euro steigen. Ob er im nächsten Jahr tatsächlich steigen wird, hängt nun auch von den laufenden Koalitionsgesprächen ab.

Diese Folgen hätte ein Mindestlohn von 15 Euro für den Alltag

Steigen die Löhne auf 15 Euro, müssen Unternehmen höhere Personalkosten ausgleichen – oft durch höhere Preise für Waren und Dienstleistungen. Besonders betroffen sind Branchen mit vielen Geringverdienern, wie eine Analyse der Hans-Böckler-Stiftung von 2021 zeigt. Sie identifizierte 50 Berufsfelder, in denen die meisten von einer Mindestlohnerhöhung profitieren würden. Gleichzeitig sind es genau diese Bereiche, in denen Verbraucher:innen mit Preisanstiegen rechnen müssen. Hierzu gehören unter anderem: 

1. Dienstleistungen 

Besonders bei alltäglichen Dienstleistungen sind Preissteigerungen wahrscheinlich, da sie 14 der 50 Berufe in der Hans-Böckler-Stiftung-Liste ausmachen. Dazu zählen unter anderem Friseur:innen, Paketzusteller:innen, Taxifahrer:innen, Busfahrer:innen, Hausmeister:innen, Tischler:innen und Tourismuskaufleute. Auch Gehaltserhöhungen bei Callcenter-Mitarbeitenden, Gebäudereiniger:innen, Gärtner:innen, Landschaftsgärtner:innen und Alltagsbegleiter:innen könnten sich auf die Preise auswirken, wenn auch weniger direkt. In diesen Branchen werden höhere Löhne voraussichtlich an die Kund:innen weitergegeben.

2. Gastronomie und Hotelgewerbe

In der Gastronomie sind niedrige Löhne weit verbreitet, ob bei Kellner:innen, Köchen/Köchinnen oder Empfangspersonal. Dennoch reagiert der Branchenverband Dehoga entspannt auf die geplante Mindestlohnerhöhung. Wie Focus Online berichtet, lobte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges dass die Mindestlohn-Kommission bestehen bleibt. Ein Grund für die Entspannung: Die Gastronomie profitiert von der dauerhaften Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent. 

Wie sich die Preise für Kunden entwickeln, bleibt jedoch ungewiss. So könnten höchstwahrscheinlich Hotelübernachtungen teuerer werden, während bei Gastronomen unklar bleibt, ob die Mehrwertsteuer-Erleichterung die Mindestlohn-Erhöhung ausgleicht und wie sie beides in ihre Preisgestaltung einbeziehen.

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3. Produkte im Einzelhandel

Viele Einzelhandelsmitarbeitende, wie Verkäufer:innen, Bäckereiverkäufer:innen oder Kfz-Mechaniker:innen, verdienen weniger als 15 Euro pro Stunde. Laut der Hans-Böckler-Stiftung fallen 15 Berufe aus diesem Sektor unter die Liste der Geringverdienenden. Der Handelsverband kritisiert die geplante Mindestlohnerhöhung, da sie ausgehandelte Tarifverträge ungültig machen könnte. Dabei wird jedoch nicht berücksichtigt, dass viele Beschäftigte trotz langjähriger Erfahrung weiterhin unter dem Mindestlohn verdienen. Das durchschnittliche Gehalt im Einzelhandel liegt oft noch unter 15 Euro, insbesondere für Frauen.

Eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro könnte gewissen Produkte teurer machen. So könnten Brot und Brötchen mehr kosten, wenn Bäckereiverkäufer:innen einen höheren Stundenlohn erhalten. Denn die höheren Personalkosten könnten über die Produkte direkt an die Kund:innen weitergegeben werden.