Majestätisch und in einem feurigen Rot ragt die zipfelartige Pflanze in den blauen Himmel über den Kanaren und scheint sich selbst in einem eher trockenen Terrain wohlzufühlen: Die „Kerze des Teide“ kann man schon beinahe als botanisches Spektakel bezeichnen und somit auch als eine Pflanze, die man so noch nie gesehen hat. Wir haben uns diese besondere Kanaren-Pflanze genauer angeschaut.
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Die Kerze des Teide: Eine weltweit nur auf Teneriffa zu findenden Pflanze
Die Kanaren sind unter anderem auch bekannt für ihre vielfältige Flora und Fauna. Beinahe schon als Wahrzeichen Teneriffas gesehen werden kann dabei die sogenannte „Kerze des Teide“, die ein unglaublich einzigartiges Aussehen hat und nur in der Teide-Region gefunden werden kann.
Die Bezeichnung als „Kerze des Teide“ geht auf die kerzenförmige (oder auch zipfelartige), längliche Form der Pflanze zurück, die sich wie eine Kerze in den Himmel über den Kanaren bohrt. Der eigentliche Name lautet allerdings im Spanischen Tajinasten. Sie gehören zur Gattung der Natternköpfe, diese besondere Art mit dem lateinischen Namen „Echium wildpretii“ gibt es aber eben nur auf Teneriffa.

Fun Fact: Der Name „Natternkopf“ leitet sich von den langen, gespaltenen Blütenteilen ab, wodurch die kleinen Teile, die aus den Blütenkelchen herausragen, an die Zunge einer Schlange erinnern. Zudem leitete sich das Wort „Echium“ vom griechischen Wort „échis“ ab, was so viel wie „Schlange“ oder „Natter“ bedeutet.
Der „Stolz von Teneriffa“: Die Eigenschaften der „Kerze des Teide“
Im Volksmund wird die „Kerze des Teide“ auch der „Stolz von Teneriffa“ (orgullo de Tenerife) genannt – und das zurecht. Wer einmal die prächtige Farbkraft in der kahlen Landschaft der Cañadas bestaunen konnte, wird direkt verstehen, warum die Einwohner:innen von Teneriffa so stolz auf diese Pflanze sind.

Die Tajinasten mögen es gerne heiß, steinig und sonnig und können gleichzeitig Wind und Kälte trotzen. Sie werden bis zu drei Metern hoch und ihre Blütezeit haben sie im Mai und Juni – es ist also nur wenig Zeit, um das Naturspektakel live zu bewundern! Und tatsächlich ist die „Kerze des Teide“ keine Blume, sondern ein Busch!
Fun Fact: Der rote Natternkopf war einer der Gründe, warum die kanadische Regierung in den Cañadas die Beweidung mit Ziegen verbot – weil die „Kerze des Teide“ beinahe dadurch ausgestorben wäre.
Kanaren: Wo kann man die „Kerze des Teide“ in natura bestaunen?
Wenn du dich jetzt direkt auf zu den Kanaren machst, um die Tajinasten in natura zu bestaunen, verraten wir dir natürlich noch, wo du diese am besten finden kannst. Die „Kerze des Teide“ kannst du zum Beispiel im Nationalpark von Teneriffa finden, aber auch an vielen Parkplätzen oder neben der Straße! meinteneriffa.com hat auch eine kleine Wegbeschreibung für deinen Pflanzen-Spaziergang:
„Vom Parkplatz Mirador de Las Narices del Teide an der TF-38 geht man 350m auf der Straße Richtung Boca Tauce und biegt bei der Schranke auf einen Schotterweg ab. Er führt auf die Felsen zu, die zum westlichen Kraterrand der Cañadas gehören. Gleich hinter der ersten Biegung sieht man am Abhang eine Menge Natternköpfe.“

Bitte achte aber darauf, dass du auf dem Weg bleibst und nicht in der empfindlichen Natur der Kanaren mit deinen Schritten etwas kaputt machst.
„Kerze des Teide“: Kann man diese besondere Pflanze auch hier anbauen?
Du willst ein wenig Kanaren-Flair für deinen Garten? Dann kam dir sicherlich schon in den Sinn, die „Kerze des Teide“ in deine heimische Outdoor-Oase zu holen. Hierbei gibt es allerdings einiges zu beachten. Zum einen zeigte die Stiftung Telesforo Bravo den Online-Verkauf von roten Tajinaste-Samen an, weil sie es als moralisch verwerflich empfinden, wenn endemische Arten die Insel verlassen, um sich so mit anderen, ähnlichen Arten zu vermischen und für das Aussterben vom Original sorgen.

Andererseits gibt es viele Anbieter, die hierzulande die Samen für die Echium wildpretii anbieten – und auch auf den Kanaren gibt es viele Souvenirshops, die die Samen der ‚Kerze des Teide‘ verkaufen. Zudem ist es auch nicht verboten, diese Pflanze in deinem Garten anzubauen, wenn sie unter den richtigen Bedingungen wachsen kann. Achte nur darauf, dass du ein Pflanzengesundheitszeugnis brauchst, wenn du die Samen aus den Kanaren einführst.
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Roter Natternkopf: Die wichtigsten Pflegehinweise im Überblick
- Anzucht: Diese ist ganzjährig möglich. Lasse die Samen am besten vor dem Aussäen über Nacht in Wasser vorquellen, um sie dann etwa einen halben Zentimeter tief in feuchter Anzuchterde auszusäen. Die Samen brauchen eine gleichmäßige Feuchtigkeit und Wärme und eine Temperatur von etwa 20 °C für fünf Wochen.
- Standort und Helligkeit: Die „Kerze des Teiden“ mag es hell, sollte aber im Sommer an einem geschützten Platz im Freien stehen.
- Pflege: Wenn die Sämlinge etwa drei Zentimeter Durchmesser erreicht haben, sollten sie in einzelne, tiefe Töpfe mit sandigem, durchlässigem Substrat gesetzt werden. Im Sommer brauchen sie reichlich Wasser; ein Düngen während der Wachstumszeit kann alle zwei Wochen erfolgen.
- Überwintern: Im Winter sollte die Pflanze am besten an einem kühlen Ort um die 5 bis 10 °C in einer luftigen, aber frostfreien Umgebung stehen. Hier reicht es dann, wenn du den roten Natternkopf alle drei Wochen gießt.

Unsere Autorin Anika ist Expertin, wenn es darum geht, die neusten Interior-, Putz- und Living-Trends von TikTok, Instagram und Co. in ihren eigenen vier Wänden umzusetzen. Diese Tricks und Tipps gibt sie auf wmn und auch im echten Leben mit viel Liebe zum Detail weiter.