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Mallorca: Woher kommt der Begriff Ballermann? Die kuriose Geschichte

Den Ballermann auf Mallorca kennt inzwischen jeder. Doch woher kommt der Name? Die spannende Geschichte hinter dem beliebten Party-Spot.

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© IMAGO / Chris Emil Janßen/via Canva

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Peter Wackel ist im „Inselfieber“, Julian Sommer sitzt „Dicht im Flieger“ und Honk! & Isi Glück haben ihren „Delfin in der Bauchtasche dabei“ – keine Frage: Der Ballermann ist längst mehr als ein Urlaubsort. Es ist ein Lebensgefühl – das zumindest behaupten viele Ballermann-Fans. Kein Wunder also, dass es jedes Jahr rund 13 Millionen Menschen auf die Insel Mallorca zieht – viele davon direkt an die beliebte Strandpromenade. Doch woher stammt der Name? Hier kommt die Antwort.

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Kurz & knapp: Vom „Balneario“ zum „Ballermann“

Die Ursprünge des Begriffs liegen direkt an der Playa de Palma, wo sich rund um die Hauptstadt Palma de Mallorca mehrere nummerierte Strandabschnitte aneinanderreihen – im Spanischen „Balnearios“ genannt. Der Balneario 6 entwickelte sich in den 1990er-Jahren zum zentralen Treffpunkt deutscher Urlauber:innen. Doch das spanische Wort war für viele schwer auszusprechen. Also wurde kurzerhand daraus: Ballermann.

Eine ironische Umdeutung, die passte. Denn „sich einen reinballern“ – also übermäßig Alkohol trinken – war auch schon damals ein geläufiger Ausdruck in der deutschen Feierszene. Schnell wurde „Ballermann 6“ zum Synonym für hemmungslosen Partytourismus mit Sangria aus Eimern, Bier ohne Ende und Schlagermusik auf Dauerschleife.

Doch das ist noch nicht alles. Ein deutscher Jura-Student interessierte sich für die Rechte an dem Begriff „Ballermann“ und verdient damit bis heute ordentlich Geld.

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Der Bierkönig zählt zu den beliebtesten Bars am Ballermann. Foto: hbw_images – stock.adobe.com

Kuriose Geschichte: Der Name „Ballermann 6“ machte einen Studenten reich

Was als Spitzname für eine Strandbar begann, wurde für André Engelhardt zum Millionengeschäft. 1994 reiste der damalige Jurastudent aus dem Ruhrgebiet nach Mallorca, um seine gute Note in einer Hausarbeit über „das neue Markenrecht in Deutschland“ zu feiern – und das natürlich am legendären Ballermann 6.

Was ihm besonders auffiel: Die Bar Ballermann 6 war deutlich voller als die umliegenden Kneipen. Zurück in Deutschland erinnerte er sich an das neue Markenrecht aus seiner Hausarbeit, das ab 1995 auch Privatpersonen erlaubte, Begriffe schützen zu lassen. Engelhardt zögerte nicht: Für 800 D-Mark sicherte er sich die Markenrechte am Namen „Ballermann 6“.

Die Playa de Palma ist mindestens genauso beliebt wie das Nachtleben. Foto: IMAGO/Chris Emil Janßen

Mit jeder Ballermann-Party bekommt Engelhardt Geld

Was folgte, war ein geschickter Aufbau einer Partymarke: Statt einer eigenen Kneipe setzte Engelhardt auf Produkte wie einen „Ballermann-Schnaps“. Anfangs interessierte sich kaum einer dafür, doch mit der Zeit lief das Geschäft an, sodass man seinen Schnaps auch in gängigen Supermärkten kaufen konnte. Es folgten wilde Ballermann-Partys, CD-Veröffentlichungen und ein regelrechter Medienrummel – Journalist:innen rissen sich darum, den ehemaligen Jurastudenten zu interviewen. Das beste für Engelhardt: es gab ja noch die Sache mit den Lizenzen.

Der Begriff wurde also zu einer geschützten Marke, an deren Nutzung bis heute niemand mehr vorbeikommt. Für jede Party, die sich „Ballermann“ nennt, kassieren Engelhardt Lizenzgebühren – rund 1,50 Euro pro Besucher:in mindestens aber 750 Euro pro Event, heißt es auf der Seite des Rechtsmagazins jurios. Im Übrigen spielten ihm auch Filme, wie die Komödie „Ballermann 6“ in die Karten.

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Heute wohnen sie im idyllischen Niedersachsen

Engelhardt lebt mit seiner Frau inzwischen auf ihrer sogenannten Ballermann Ranch in Niedersachsen. Dort betreiben sie unter anderem einen Gnadenhof für Tiere. Mit dem Partytrubel auf Mallorca haben sie nur noch wenig zu tun – doch am Ende war es genau dieser Ort, der sie zu Millionär:innen machte.

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